Newsletter Dezember 2022

Liebe Fusionist:innen,

Kurz vor dem Jahreswechsel schicken wir euch diesen Newsletter mit einem Teilresümee zur vergangenen und Infos zur kommenden Fusion mit den aktuellen Infos zum Ticketing für die Fusion 2023, welches am 1. Januar auf unserer Website startet.

Ein Teilresümee deshalb, weil es immer noch diverse Themen gibt, die wir noch nicht final ausgewertet haben und weil dieser Newsletter auch nicht megalang werden soll, denn Bleiwüsten werden gerne mal nicht bis zum Ende gelesen.

Fusion 2022 war, wie uns erzählt wird und wie wir selbst erlebt und beobachtet haben, ein äußerst fulminantes Fest mit unzähligen, schönen Erlebnissen und magischen Augenblicken.


Credits

Dass wir nach zwei cornonabedingten Fusionausfällen so ein vielseitiges Festival realisieren konnten, ist vor allem den vielen Menschen zu verdanken, die sich im Großen und Kleinen, als Crews oder Supporter:innen, als ehrenamtliche Zeitspender:innen oder gering bezahlte Mitarbeiter:innen immer wieder den Arsch aufgerissen haben, um trotz oftmals erschwerten Bedingungen, die Fusion 2022 gemeinsam zu rocken.

Den tausendfachen Dank dafür setzen wir hier an erster Stelle!

Was aber auch nicht fehlen darf, ist ein dickes Lob an euch: unsere Gäste, an unsere tolle Feiergemeinschaft. Ihr habt bei allem Exzess, den es nachzuholen gab, dazu beigetragen, dass es so eine schöne Fusion geworden ist. Bei aller Feierei gab es vergleichsweise wenig Stress für Sanis und Secus. Auch außerhalb der Musikbühnen und Dancefloors wurde das Programm in seiner ganzen Diversität überall gut angenommen und hat wieder eindrucksvoll gezeigt, dass die Fusion weit mehr ist, als gute Musik hören und entdecken oder exzessiv feiern. In diesem Zusammenhang war auch die Auswertung des Altersquerschnitts aller Fusionist:innen interessant. 2022 lag dieser bei 32 Jahren und ist damit in den vergangenen 10 Jahren um gut 6 Jahre gestiegen ist. Ein schönes Zeichen für eure Verbundenheit mit der Fusion, die wir sehr zu schätzen wissen.


Pfandraising

Was leider nicht so geklappt hat, wie wir es uns erdacht und erhofft hatten, war das Pfandraising-Konzept. Zugegeben war es ein hohes Ziel, dass alle Fusionist:innen gemeinsam und kollektiv das Problem mit den Glasflaschen auf dem Festivalgelände lösen, indem alle mit anpacken, das Fremdglas als Bruchglas entsorgen und Flaschen von unseren Bars dorthin zurückbringen. Pfandraising, also die kollektive Erwirtschaftung einer Spendensumme von mindestens 100.000€ oder mehr für People on the move, war ein weiteres erklärtes Ziel.

*Die gute Nachricht ist,* dass tatsächlich eine *Spendensumme von 120.000€* zusammengekommen ist und von uns 100.000€ an die Stiftung Safe Passage Foundation, gespendet werden konnten. Diese Stiftung unterstütz diverse Projekte, die im Kontext Flucht- und Migration arbeiten. Weitere 20.000€ konnten wir an das Medibüro Berlin für medizinische Hilfe für Geflüchtete spenden.

safe-passage.org 
medibuero.de 

*Die weniger gute Nachricht aber ist, *dass sich diese Summe zu zwei Dritteln aus den Solitalern gespeist hat, also die 0,50€ Aufschlag pro Flaschengetränk wenn keine Pfandflasche zur Bar zurückgebracht wurde, statt durch die Mithilfe aller Fusionist:innen.fleißige

Die Spendensumme wäre deutlich höher ausgefallen, wenn sich mehr Fusionist:innen aktiver an dem Projekt beteiligt hätten. Wir mussten letztendlich massiv mit unseren Crewstrukturen dafür arbeiten, die Glasflut auf dem Gelände einigermaßen in den Griff zu bekommen. Mitunter sah es so aus, als ob wir das Rennen komplett verlieren würden. Viele Flaschen von unseren Bars sind im Bruchglas gelandet und drohten verloren zu gehen. Am Ende konnten wir durch wochenlange, händische Arbeit von fleißigen Helfer:innen eine Pfandrückgabequote erreichen, die nur 5% unter der Quote des Jahres 2019 lag, als es noch Flaschenpfand gab. Leider gehört zur Wahrheit auch, dass im Nachhinein von der Brauerei massiv Bierflaschen vernichtet wurden, weil sie zu verschmutzt für die Wiederverwendung waren, da sie als Aschenbecher genutzt wurden oder lange im Dreck lagen oder aus dem Bruchglas rausgelesen werden mussten.

Wir wollen aber jetzt nicht einseitig mit dem Finger auf diejenigen zeigen, die das Pfandraising nicht supported haben, weil wir uns natürlich gefragt haben, warum es so gelaufen ist und was wir hätten anders machen sollen.

Wir mussten erkennen, dass wir vieles im Vorfeld falsch eingeschätzt und sich manche Ideen während des Festivals als unrealisierbar erwiesen haben. Das Projekt wurde auch von vielen Fusionist:innen noch nicht richtig gecheckt. Dies könnte an nicht ausreichender Information oder weil es neu war oder aber auch an einem Desinteresse der von uns mehrfach schriftlich kommunizierten Informationen gelegen haben. Einige haben es vielleicht bewusst boykottiert, weil sie doof fanden, dass wir damit professionellen Flaschensammler:innen die Geschäftsgrundlage entzogen haben.

Wie es im kommenden Jahr weitergeht, ist noch nicht abschließend entschieden und über die Kritik am neuen System wird weiter diskutiert werden. Wirkliche Alternativen sind aber nicht ersichtlich und alle großen Neuerungen in unserer Geschichte haben meist mehr als ein Festival gebraucht, bis sie sich durchgesetzt hatten.

Es deutet sich daher an, dass wir versuchen wollen, aus den Fehlern zu lernen und weil die Flinte ja bekanntlich zuletzt stirbt, werden wir nicht gleich die Hoffnung ins Korn werfen.

Eine Chance für uns alle, Pfandraising im kommenden Jahr deutlich besser zu performen.

Erkenntnisse und Ideen gibt es viele. Mehr Flaschendisplays und das Aufstellen und regelmäßige Tauschen von leeren Kisten an allen Bruchglas IBC Tanks am Rande der Dancefloors und entlang aller Hauptwege hätte vieles einfacher gemacht.

Dass es keine Möglichkeit mehr gab, für Menschen die keine Kohle aber trotzdem Durst hatten, durch Flaschensammeln an Getränke zu kommen, war ebenfalls ein Problem, welches wir korrigieren müssen. Hier könnten z.B. Freigetränke für die Abgabe sortierter Pfandkisten an einer Bar eine Lösung sein. Damit würden volle Kisten von den Wegen oder vom Floor wieder den Weg zurück zu den Bars finden.

Viele Ideen, viel Luft nach oben. Wir werden euch im Frühjahr informieren, wie es 2023 laufen soll.


Fusion erst ab 18 Jahre

Erstmals haben wir das Eintrittsalter im kommenden Jahr auf 18 Jahre festgesetzt. Das bedeutet, dass unter 18-Jährige keine Tickets mehr kaufen können und Kinder und Jugendliche auch in Begleitung Erwachsener keinen Zutritt mehr auf das Festival bekommen. Eine schwere Entscheidung, die wir seit 2019 vor uns hergeschoben haben. Der Grund liegt darin, dass wir die geltenden Jugendschutzvorschriften auf dem offenen Gelände, ohne Kennzeichnung von Jugendlichen und ohne Trennung von Veranstaltungsgelände und Campingflächen, nur unzureichend einhalten können. Was über 20 Jahre toleriert wurde, ist im Genehmigungsverfahren der letzten Jahre zunehmend zum Problem für Jugend- und das Ordnungsamt geworden. Strenge Kontrollen, viele Jugendschutz-Fachpersonen, die von uns gestellt wurden, extra Bändchen für diverse Altersklassen waren die Forderungen der letzten Jahre. Wir wollen und können das Kontrollsystem nicht weiter und unverhältnismäßig ausbauen. Und dass hier das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht und das Jugendamt auch schon mit einem eigenen Container auf dem Gelände gedroht hat, waren die Hauptgründe für den Entschluss: Fusion erst ab 18.


Fotos nicht erwünscht

Vielleicht lag es an den Menschen, die zum ersten Mal auf der Fusion waren und die Spielregeln nicht kannten. Vielleicht war es auch die Ignoranz gegenüber unseren wenigen Spielregeln die wir vorgeben. Es war aber erschreckend und ätzend, wie viel auf den Dancefloors fotografiert wurde und wie viele Fotos mit erkennbaren Fusionist:innen im social media gelandet sind. Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Wir und die Mehrzahl unserer Gäste wollen nicht, dass Fotos beim Feiern gemacht werden, auf denen andere Menschen für Dritte erkennbar sind und im Netz landen! Die Fusion ist ein geschützter Freiraum, wo wir sein können, wie wir sein wollen: frei und unkontrolliert und das wollen wir nicht fotographisch dokumentiert auf Insta, Tiktok oder sonst wo wiederfinden.
Wir werden zur kommenden Fusion unübersehbar auf das Thema hinweisen in der Hoffnung, dass es respektiert wird.


Solishop 2. Runde - Probleme beim Versand

Nach der erfolgreichen ersten Runde, die wir in Eigenregie und mit viel Aufwand selber verpackt und versand hatten, dabei aber auch an unsere Grenzen gestoßen sind, haben wir beschlossen, das Drucken, Verpacken und den Versand der 2. Runde an einen externen Dienstleister auszulagern. Die Timeline war klar geregelt und uns wurde groß versprochen, dass alles in Time produziert und in der ersten Dezemberwoche versandt werden würde. Mitte Dezember stellte sich heraus, dass nur ein Teil der Bestellungen versandt werden konnte, weil ein Teil des Sortiments zu spät geliefert wurde bzw. im Speditionschaos einige Zeit unterwegs war. Hinzu kommt noch, dass unser Partner auch den E-Mail-Support mit den Besteller:innen übernehmen sollte, was auch nur in begrenztem Maße geklappt hat und viele Besteller:innen lange auf Antwort warten mussten. Alles in allem ziemlich doof gelaufen, was uns wirklich furchtbar leid tut und wir uns nur bei allen entschuldigen können, deren Bestellungen nicht mehr rechtzeitig vor Weihnachten angekommen sind.


Finanzen

Wir haben in den vergangenen Newslettern viel über unsere defizitären Finanzen geschrieben und wollen dieses Thema hier nur kurz erwähnen. Private Sympathisant:innen haben uns 800.000€ an Darlehen geliehen. Dies und der Vorabverkauf von 10.000 Tickets hat uns zahlungsfähig gehalten. Durch den temporären Online-Solishop konnten wir nach Abzug von Kosten und vor Steuern ca. 300.000€ erwirtschaften. (Paypal hat inzwischen das grundlos eingefrorene Geld ausbezahlt, aber wir werden Paypal nicht mehr nutzen).

Wir haben insgesamt über 200.000€ an Spenden von euch erhalten. Dabei waren viele kleine aber auch einige wirklich große Beträge. Eure Spenden und der Propaganda-Shop haben uns sehr geholfen und einen Teil des Finanzloches gestopft.

Fetten Dank an alle, die uns Geld geliehen oder gespendet haben und auch bei allen, die geshoppt haben.

Für unser zum Verkauf angebotenes Tafelsilbers in Form von Baugrundstücken in Lärz gab es reges Interesse. Es ist absehbar, dass Lärz bald Zuzug von jungen Familien bekommen wird und sich dort im „Freien Himmel“ eine nette Community ansiedeln wird. Beim Verkauf unseres Hauses in Wesenberg hat sich dagegen trotz regem Erstinteresse noch nichts Konkretes ergeben. Die Zeiten für den Verkauf von Immobilien waren wohl auch schon mal besser. Wir suchen also weiterhin Kaufinteressent:innen für dieses schöne Haus mit seinen fünf Zweizimmerwohnungen und auch in Lärz stehen noch Baugrundstücke zum Verkauf. Interessierte können sich unter tafelsilber@kulturkosmos.de melden.


Ticketing

Wir haben Ende September bereits 10.000 Tickets verkauft, die nach ein paar Minuten ausverkauft waren. Auch durch diesen vorgezogenen Verkauf konnte der Kulturkosmos zahlungsfähig bleiben.

Der reguläre Vorverkauf für die 2023-Tickets findet diesmal nicht im Dezember, sondern erst im Januar 2023 statt.

Die restlichen 60.000 Tickets werden traditionell durch eine Verlosung vergeben. Seit über 10 Jahren übersteigt die Nachfrage nach Tickets die Anzahl der zu Verlosenden um ein mehrfaches. Um die Zugangschancen für alle Fusionist:innen möglichst fair zu gestalten, entscheidet der Zufall in unserer Verlosung, wer ein Ticket kaufen kann.

Der *Preis bleibt bei 220€ *inklusive 10€ Müllpfand.

Die *Registrierung für die Verlosung beginnt am 1. Januar und läuft bis zum 14. Januar 2023 *auf unserer Website bzw. unserem Ticketshop

Die *Verlosung findet am 19. Januar* statt. Per E-Mail werden alle benachrichtigt, ob die sie gewonnen haben und ihr Ticket bezahlen können, oder leider leer ausgegangen sind.

Wie immer werden alle Tickets personalisiert und beim Checkin mit den Ausweisdaten kontrolliert. Mehrfachbestellungen werden disqualifiziert und storniert.

In den letzten Jahren hat die Mehrzahl der Interessent:innen ihre Ticketbestellung in einer Clique gebündelt. Dadurch stehen alle Cliquenmitglieder zusammen auf einem Los und gewinnen oder verlieren auch zusammen. Egal ob als Einzelperson oder als Clique, alle Lose haben die gleiche Gewinnchance.

Erstmals müssen alle Fusionist:innen mindestens 18 Jahre alt sein.


Jobs beim Kulturkosmos

Hast du Bock auf abwechslungsreiche und herausfordernde Jobs auf dem Gelände in Lärz oder in unserem Büro in Berlin? In vier verschiedenen Crews: Artistcare, Technik-Team, Buchhaltung und Ticketing-Team suchen wir derzeit Verstärkung, um mit vollem Schub in die Fusionplanung zu starten.

Alle Informationen zu den Jobs findest du auf unserer Website.


Vorschau 2023

Nun ist der Newsletter doch wieder etwas länger geworden. Alle, die es bis hierher geschafft haben, wollen wir zum Ende ein bisschen auf das kommende Festival einstimmen. Auch wenn die Temperaturen es nicht verheißen, die Tage werden bereits wieder länger und der nächste Sommer kommt schneller als gedacht. Das Programm für 2023 wächst täglich und unsere Booker:innen sammeln fleißig Perlen für unsere vielen Bühnen und Floors. Wir wollen euch wieder ein richtig diverses Programm stricken, damit eure Synapsen ordentlich massiert werden. Jetzt heißt es nur noch beim Ticketing etwas Glück zu haben und dann sind Mitte Januar die Weichen für die kommende Fusion gestellt.

In Vorfreude auf das kommende Festival.

Eure Fusion Crew

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