Newsletter Dezember 2021

Liebe Fusionist:innen,

Dezember 2021 - fast könnte der Eindruck entstehen, dass wir uns immer genau dann mit einem Newsletter bei euch melden, wenn die Kacke mal wieder am dampfen ist. Immer wenn die Zeiten so richtig düster werden, versuchen wir euch mit dem Versprechen abzuholen, dass am Ende des Elends auch wieder die Sonne scheint, weil wir im nächsten Jahr ganz bestimmt wieder gemeinsam in Lärz dem Bass huldigen oder anderweitig dem Wahnsinn frönen werden.
Leider mussten wir dieses Jahr, trotz der hoffnungsvollen Vorhersagen, am Ende die Fusion Team Red und Team Black absagen. Nicht, dass ein rapides Sinken der Inzidenzen ab Mai nicht vorhersehbar gewesen wäre, doch das Impfgeschehen  zündete leider nur langsam und wir hatten Anfang Mai keinerlei Planungssicherheit und standen mit dem Rücken zur Wand. Neben unserem sehr ambitionierten Testkonzept, welches zwar schlüssig gedacht, aber absolut unerprobt war, wurde es auch zunehmend unmöglich, ohne absehbare Genehmigungsperspektive tausende Mitwirkende soweit bei der Stange zu halten, dass wir alle gemeinsam weiterhin an den Erfolg der Mission hätten glauben können.
Das soll uns im kommenden Frühjahr nicht noch einmal passieren. Wir gehen fest davon aus, dass Großveranstaltungen und Festivals im kommenden Sommer wieder stattfinden werden und planen eine Fusion vom 29.6. – 3.7. 2022, wie wir sie vor Corona gefeiert haben mit 65.000 Gästen.

Hygienekonzept 2022

Da wir das Pandemiegeschehen nicht einfach weg tanzen können, zahlen wir jetzt alle den Preis für die Verantwortungslosigkeit derer, die sich aus Dummheit, Ignoranz, Angst oder verballerter Rebellion nicht haben impfen lassen. Und für das Politikversagen, das genauso wie das Verhalten der Impfgegner:innen zum jetzigen Desaster beigetragen hat.
Niemand kann heute sagen was nächsten Sommer gilt und inwieweit es kommenden Sommer noch eines Testkonzepts bedarf, werden wir sehen. Wir hoffen aber, dass uns das erspart bleibt. Ob dann Ungeimpfte noch Zugang zu Veranstaltungen bekommen scheint eher fraglich. An dieser Stelle müssen wir aber klar sagen, dass wir nicht wie erhofft, Zehntausende innerhalb kürzester Zeit PCR testen können. Eine Neuauflage unseres diesjährigen Testkonzeptes kann es nicht geben - also lasst euch impfen, sonst hat die Scheiße nie ein Ende!

Rückblick 2021

„Trotz Pandemie nicht aufgeben“ war unsere Ansage und am Ende haben wir es,  mit viel Aufwand geschafft, diesen Sommer drei Planetenfestivals mit je 10.000 Gästen zu veranstalten, dazu ein kleines „be:tween Theaterfest“ mit gut 2.000 Besucher:innen. Ausnahmslos alle wurden bei Ankunft PCR getestet und trotz der anfänglichen Schwierigkeiten bei der Planet:C alpha können wir sagen, dass das Testexperiment aufgegangen ist. Wir freuen uns bis heute, dass so ein abgefahrenes Leuchtturmprojekt mit den richtigen Leuten und kompetenten Crews möglich war.
Daher an dieser Stelle noch einmal Danke an alle, die unglaubliche Arbeit geleistet haben - ob nun beim Abstrich nehmen, im Labor, bei der Befundung, bei der Programmierung von Software mit höchsten Datenschutzstandards oder bei der Betreuung von Menschen, die einen positiven Test hatten.
Auf allen Veranstaltungen zusammen, haben wir insgesamt 37 000 Gästen und 16.000 Crewmenschen das Stäbchen in die Nase gesteckt. Somit haben wir mit unserem eigenen mobilen PCR Hochleistungs-Labor mehr als 50.000 PCR-Tests ausgewertet. Dabei gab es nur eine Handvoll positiver Tests und folglich bei jedem Fest nur ein paar Leute, die nicht auf das Gelände durften, sondern direkt in Quarantäne geschickt wurden. Nach der Planet C beta wurden eine Handvoll Besucher:innen positiv getestet, dabei konnte aber nicht geklärt werden, ob es kurz vor- oder während des Festivals zu einer Infektion gekommen ist.
Final können wir sagen, es ist uns gelungen, mit diesem Konzept eine Corona-safe Zone zu schaffen, in der das Virus ausgeblendet werden konnte und sich so etwas wie Normalität eingestellt hat. Ganz ohne Maske, Abstand und Angst. Das haben wohl alle, die es erlebt haben, ziemlich fett gefeiert.

Kohle

Viele werden sich fragen, wie wir denn den Wahnsinn finanziell überstanden haben und ob unsere Kassen jetzt total klamm sind. Dazu wollen wir euch ein paar Infos geben.
Zunächst einmal können wir sagen, dass wir trotz Corona und zwei gecancelten Festivals noch nicht knietief im Dispo stecken. So wie es momentan aussieht, haben wir auch noch ausreichend Reserven, um die kommende Fusion, trotz zu erwartender Preissteigerungen, finanziell zu stemmen.
Das verdanken wir vor allem zwei Umständen. Zum einen haben bisher über 80 % aller Ticketholder:innen nicht storniert und zum anderen hatten wir für die geplante Doppelfusion mit 2 x 35 000 Besucher:innen deutlich höhere Kosten kalkuliert und deshalb den Ticketpreis auf 220,- € (incl. 10,- Müllpfand) gesetzt. Das war keine leichte Entscheidung, hat uns aber am Ende den Arsch gerettet. Fakt ist, dass wir mit den Einnahmen aus dem Verkauf von 65 000 Tickets, nicht nur im kommenden Jahr ein exorbitantes Festival realisieren müssen, sondern auch zwei Fusion-freie Jahre überbrücken mussten. Daher werden wir euch leider nichts rückerstatten können und der Ticketpreis wird bei 220,- € (inkl. Müllpfand) bleiben.
Zu unserer finanziellen Lage muss darüber hinaus benannt werden, dass auch wir bei verschiedenen staatlichen Töpfen (Neustart Kultur, MV Schutzfond Kultur, Winterstabilisierungsprogramm MV) Corona Hilfen beantragt und auch etwas bewilligt bekamen. Um das ganz nüchtern in Zahlen auszudrücken, haben die bisher erhaltenen Fördergelder ca. 15 % aller Ausgaben und Fixkosten gedeckelt, die in 2020 und 2021 im Kulturkosmos angefallen sind. Klingt jetzt nicht so doll, aber bei Ausgaben von mehr als sechs Millionen über die zwei Corona Jahre, war das keine große, aber eine reale Unterstützung und vielleicht purzelt da ja noch was hinterher.
Ausgaben in Millionenhöhe, werdet ihr euch fragen? Ja tatsächlich, auch ohne Fusion lief die Arbeit hier die ganze Coronazeit weiter, und hat dadurch auch viel Geld verschlungen. Trotz teilweiser Kurzarbeit liegen allein die jährlichen Lohn- und Gehaltskosten unserer Festangestellten bei ner ¾ Million Euro. Der zweijährige Bau der Turmbühne war das aufwendigste und teuerste Projekt, das wir je auf dem Gelände verwirklicht haben und hat weit über ner ½ Million verschlungen. Neben der Turmbühne sind Investitionen in Infrastruktur und Planungs- und Baukosten für diverse neue Projekte für 2022 geflossen. Das Testkonzept, der Kauf des Labors und das monatelange Testen der Crew hat ebenfalls ein paar Hunderttausend gekostet. Ohne jetzt im Einzelnen hier weiter aufzudröseln wo alles hin geflossen ist, mussten wir feststellen, dass die Kosten trotz Corona stabil geblieben sind und die Ausgaben sich insgesamt ordentlich geläppert haben. Zum Glück haben sich die Kosten der drei Plan:et C Veranstaltungen wider Erwarten, auch trotz der niedrigen Eintrittspreise von 100,- inkl. PCR Test fast gedeckelt.
Wir wollen jetzt nicht über unsere Finanzen jammern, denn das Geld wurde sinnvoll ausgegeben und wir stehen finanziell noch nicht am Abgrund. Wir wollen an dieser Stelle aber allen danken, die durch ihre Mitarbeit beigetragen haben, all das zu schaffen, was in den letzten beiden Jahren auf dem Kuko-Gelände entstanden ist. Wir sind wirklich zuversichtlich, dass Ende Juni die Rakete wieder startet und wir gemeinsam erneut in unsere lange vermisste Parallelgesellschaft eintauchen werden.
Daher heißt es jetzt trotz Pandemie nach vorne blicken und die Fusion 2022 planen. Dazu werden wir euch in den kommenden Monaten auf dem Laufenden halten, wollen aber an dieser Stelle zum Thema Ticketing switchen und euch die nüchternen Facts schreiben, die ihr wissen müsst, um im kommenden Jahr dabei zu sein.
 

Infos Ticketing 2022

Ein Fusion-2022-Festivalticket kostet 220€ (inkl. 10€ Müllpfand).
Alle Gäste ab dem 13. Geburtstag benötigen ein Festivalticket.

Fusion-2021-Ticket umschreiben
Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal bei allen, die ihr Ticket bisher nicht storniert haben und damit maßgeblich unsere Weiterarbeit und das Überleben des Kulturkosmos in der Pandemiezeit gesichert haben. Wir danken auch allen, die, obwohl sie ihr Ticket stornieren mussten, das Netzwerk des Kuko mit einer freiwilligen Spende unterstützt haben.
Alle, die ein Fusionticket 2021 haben und im nächstes Jahr dabei sein wollen, müssen im Januar (1. bis 31.1.2022)aktiv werden und ihre Tickets aus Team Red & Team Black auf Fusion 2022 Tickets umschreiben. Die Personalisierung der Tix bleibt bestehen, weshalb es nicht möglich sein wird, die Tickets auf andere Namen umzuschreiben.
Nicht umgeschriebene Tickets werden am 1.Februar storniert und die Ticketholder:innen werden aufgefordert, die gebührenfreie Rücküberweisung zu beantragen und uns eine aktuelle Bankverbindung mitzuteilen.

Tickets 2022
Angesichts dessen, dass der Großteil der Tickets bereits vergeben ist, stehen für das kommende Festival lediglich die stornierten Tickets zum erneuten Verkauf.
Im Februar 2022 werden wir alle, bis dahin stornierten Tickets erneut verlosen.
Alle, die kein Ticket für die Fusion 2022 haben, können sich vom 1. bis 14. Februar in unserem Ticketshop registrieren und ein Ticket bestellen. Die Tickets werden alle personalisiert und pro Person kann nur ein Ticket bestellt werden. Mehrfachbestellungen führen zu Disqualifizierung und Stornierung.
Es können bei der Bestellung auch Gruppen (Cliquen) gebildet werden. Die Gewinnchancen bleiben dieselben, egal ob als Einzelperson oder in einer Gruppe.

Verlosung
Wie viele Bestellungen wir annehmen können, wird sich bis dahin anhand der Ticketumschreibung und Stornierungszahlen zeigen. Wir gehen von 15 – 20 000 stornierten Tickets aus.
Ein Computer entscheidet im Losverfahren am 22.2.2022, unter allen eingegangenen Bestellungen, welche wir annehmen und welche nicht.

Stornierung
Alle umgeschriebenen und neu verlosten Fusiontickets 2022 können ab dem 22.2. bis zum 30.4. gegen eine Gebühr von 10,- € storniert werden. Danach wird die Ticketbörse eröffnet und bietet dort die Möglichkeit, Fusion-Tickets zu verkaufen.

Ticketbörse öffnet am 1.Mai und läuft bis zum 26. Juni
Wir wollen nach Möglichkeit verhindern, dass Fusion Tickets zu erhöhten Preisen auf ebay oder anderen Märkten landen. Mit der Ticketbörse schaffen wir einen eigenen Marktplatz, wo ihr die Möglichkeit habt, euer Ticket zu verkaufen oder mit Glück noch ein Ticket zu ergattern.
Alle Informationen zu der Ticketbörse findet ihr ab den 22.Februar auf unserer Webseite
Soweit die Infos zum Prozedere um die Fusion-Tickets 2022. Zum Schluss ein paar Infos zu anderen Projekten und was uns in den Corona Zeiten noch beschäftigt hat.

Jugendarbeit

Seit unserer Vereinsgründung haben wir das erklärte Ziel hier in der Region Jugendarbeit zu fördern, was wir in den vergangenen Jahren in vielfältiger Weise,  oft indirekt, auch getan haben. Wir sind anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und seit Jahren reden wir davon, dass wir hier vor Ort direkt in der Jugendarbeit aktiv werden wollen. Jetzt wollen wir das aktiv angehen und haben ein Jugendprojekt geplant, welches wir euch hier vorstellen wollen:

Die Jugendfarm Lärz

Angefangen hat es damit, dass die Kita der Gemeinde Lärz 2018 wegen baulichen Mängeln existenzgefährdet war und die Gemeinde plötzlich gezwungen war, eine neue Kita zu bauen. Dafür fehlte es der Gemeinde aber an einem geeigneten Grundstück und auch am Geld ein solches zu kaufen. Die Rettung der Kita schien verknüpft mit dem Aufgeben der kommunalen Eigenständigkeit und einer Gemeindefusion mit Rechlin. Da wir uns im Vorfeld der letzten Kommunalwahlen stark für die Eigenständigkeit der Gemeinde Lärz und gegen die geplante Gemeindefusion engagiert hatten, sehen wir uns jetzt auch gefordert, uns zukünftig stärker für die Gemeinde zu engagieren. Ein konkretes Projekt für Kinder- und Jugendliche liegt uns schon lange am Herzen. Also wann, wenn nicht jetzt damit loslegen. Allerdings fehlten damit schon zwei Grundstücke für Kinder- und Jugendarbeit in Lärz.
Wir haben daher Ende 2018 am Ortsrand von Lärz einen 1,6 ha großen Acker gekauft, und innerhalb eines Jahres mit der Unterstützung der Gemeinde einen Bebauungsplan für ein neues Baugebiet namens „Freier Himmel“ erstellt. Der Name steht in Erinnerung an den jahrelangen Kampf regionaler Bürgerinitiativen gegen das sogenannte „Bombodrom“. Ein nach der Wende von der Bundeswehr geplanter Schieß- und Bombenabwurfplatz nur wenige Kilometer von Lärz entfernt, der nach 17 Jahren beharrlichem Widerstand erfolgreich verhindert werden konnte.

www.ndr.de/Zeitreise-Freier-Himmel-ueber-der-Wittstock-Ruppiner-Heide

Einen Teil des Baugebietes haben wir der Gemeinde Lärz geschenkt, die dort nun eine neue Kita bauen wird. In direkter Nachbarschaft wird der Kulturkosmos die Jugendfarm bauen und betreiben, um dort ein Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 14 Jahren zu schaffen. Darüber hinaus entstehen auf dem Gelände elf weitere Baugrundstücke für Eigenheime. Durch deren gezielten Verkauf an junge Familien soll der Zuzug, dringend gesuchter neuer Mitbürger:innen inkl. Nachwuchs für Kita und Jugendfarm forciert werden. Außerdem finanziert der Grundstücksverkauf die Planungs- und Erschließungskosten sowie Teile der Baukosten der Jugendfarm.

Das Konzept und Pläne zur Kita findet ihr auf der Kulturkosmos Webseite.

Betriebsfeuerwehr

Die Absicherung von Veranstaltungen auf dem Kulturkosmos Gelände stellt die örtlichen freiwilligen Feuerwehren vor allem in Jahren mit mehreren Festivals, teils auch während der Erntezeit vor schwierige Aufgaben. Um in Zukunft die Arbeit unserer freiwilligen Feuerwehren zu unterstützen, haben wir eine Kulturkosmos Betriebsfeuerwehr gegründet und ein eigenes Oldtimer Löschfahrzeug gekauft. Coronabedingt ist das Projekt noch in den Kinderschuhen, aber zum kommenden Festival sollte die Kuko Feuerwehr startklar sein.

At.tension 2022

Nachdem wir das at.tension Theaterfestival 2021 bereits frühzeitig Corona bedingt verschoben hatten, laufen jetzt bereits die Vorbereitungen für die at.tension#9, die vom 8. – 11. September 2022 stattfinden wird.
Infos findet ihr demnächst auf www.attension-festival.de

Soweit erst mal dieser Newsletter. Wir wünschen euch, dass ihr gut durch den kommenden Winter kommt, dass ihr mental und auch physisch gesund bleibt und wir uns in aller Frische im kommenden Jahr bei uns oder auch an anderen Orten wo der Bass rumst und gefeiert wird, wieder sehen.

Eure Kulturkosmos Crew

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