Eine Fusion 2021 ist möglich!

Konzept für eine innovative Teststrategie


1. Einleitung

1.1. Zusammenfassung

Wir schreiben dieses Konzept im Wissen, dass wir die Fusion 2021 nur unter Berücksichtigung und verantwortungsvoller Bewertung der pandemischen Gesamtsituation Ende Juni realisieren können.

Wir sagen aber auch deutlich, dass wenn zur Festivalzeit erneut Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern gestattet sein wird, wir auch Festival feiern werden.

Mit einer innovativen Strategie von PCR-Massentests für alle Fusionist:innen, Artists und Crews machen wir die Fusion 2021 auch unter Pandemiebedingungen möglich:

  1. Alle Fusionist:innen werden am Tag der Anreise von uns und unseren Partner:innen vor dem Einlass PCR getestet.
  2. Von Samstag auf Sonntag wird ein weiterer PCR-Test für alle auf dem Festival durchgeführt, um die Gefahr eines Infektionsgeschehens durchgehend und lückenlos zu vermeiden.

So erreichen wir, dass am Ende das Infektionsrisiko auf ein absolutes Minimum reduziert wird.

1.2 Begründung

Der Infektionsschutz und die damit einhergehende Maßnahmen basieren in Deutschland nicht nur auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern sind zunehmend Spielball von Interessenskonflikten und politischer Abwägungen geworden. In Deutschland können während der Pandemie Waffen und Autos produziert werden, laufen Großraumbüros weiter als sei nichts passiert, werden auf Druck der Wirtschaft Lockerungen umgesetzt, auch wenn diese der Bekämpfung der Pandemie entgegenlaufen.

Grundrechte und Kultur verteidigen

Ganz im Gegensatz dazu war der Umgang mit Kultur von Anfang an restriktiv. Kultur wurde als verzichtbar betrachtet und einfach stillgelegt. Gleichzeitig lief die industrielle Produktion weiter, wurde das Weihnachtsgeschäft gegen alle Vernunft durchgepeitscht, haben viele Konzerne Rekordgewinne eingefahren und die Schere zwischen Arm und Reich durch die Pandemie noch einmal verschärft.

Der Gedanke, dass Kultur, soziale Interaktion oder gar Tanz grundrechtlich geschützt und wichtig für ein erfülltes und glückliches Leben sind, wird als verantwortungslos abgetan. "Auf Konzerte, Festivals, Theater, Kunst und Clubs können und müssen wir verzichten!" schallte es denjenigen entgegen, die etwas verschämt riefen: "Aber Kultur ist doch wichtig!"

Uns haben viele der Maßnahmen vor allem im Privaten getroffen. Wir durften uns nicht mehr mit anderen Menschen treffen, unsere Privatleben wurden runtergefahren, elementare Grundrechte eingeschränkt – und an Tanzen mit anderen war überhaupt nicht zu denken.

Obwohl wir der Politik ein massives Versagen in der Pandemiebekämpfung vorwerfen, erachten wir einen Großteil der Schutzmaßnahmen als vernünftig und verstehen unseren Verzicht als Solidarität mit und gegenüber Allen. Wir haben uns schon frühzeitig klar und deutlich gegen Corona-Leugner:innen, Verschwörungsideolog:innen und ihre rechtsradikalen Verbündeten positioniert.

Nun läuft die Pandemie seit über einem Jahr und wir mussten mit ansehen, wie Deutschland in der Pandemiebekämpfung, beim Testen, beim Impfen und bei der Digitalisierung von Bildung und Gesundheitsämtern im großen Stil versagt. Während sich alle nach der ersten Welle auf die Schulter klopften, wurden die zweite und dritte Welle von der Bundesregierung verschlafen bzw. billigend in Kauf genommen. Diese Politik hat nicht nur Tausenden Menschen das Leben gekostet, sondern die massive Einschränkung unserer Grundrechte auf unbestimmte Zeit verlängert.

Neue Konzepte statt Stillstand

Flächendeckende Schnelltests und andere sinnvolle Konzepte zum sicheren und besseren Leben in der Pandemie versanden in ewigen Diskussionen, Kompetenzgerangel, Zauderei und Bürokratie. Innovative Wege, die uns gar aus der Pandemie führen könnten, sind Mangelware.

Wir sind diese Perspektivlosigkeit leid und wollen raus aus der defensiven Lethargie. Mit unserem ausgeklügelten Konzept von PCR-Massentests wollen wir eine Zukunftsperspektive für Festivals und Kultur unter Pandemiebedingungen aufzeigen. Wir fordern "Her mit dem schönen Leben!" und wollen die Fusion 2021 feiern.

Wir werden wohl nicht umhinkommen, mit gewissen Einschränkungen zu feiern, aber wir werden das Festival nur realisieren, wenn unter dem Strich eine Fusion steht, auf der wir auch wirklich so feiern können, wie wir es lieben.

Für uns ist klar: Wir gewährleisten das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, weil unser Test-Konzept die Gefahr eines Infektionsgeschehens weitestgehend ausschließt. Deshalb können, wollen und werden wir mit vielen Menschen zusammen Konzerte hören und barfuß auf Wiesen tanzen. 

Mit einem sicheren Konzept gibt es keinen Grund mehr, das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit – und damit den Genuss von Kunst und Kultur – weiter einzuschränken oder unserem Festival die Genehmigung zu versagen.

Im letzten Jahr haben wir die Fusion aus freien Stücken frühzeitig abgesagt. Damals war nicht absehbar, dass unsere Ministerpräsidentin im Sommer, dank niedriger Inzidenzen die ganze Republik einladen würde, an unseren Stränden und Seen ihren Urlaub zu verbringen. Wenn Massentourismus auch 2021 zur Festivalzeit wieder möglich ist, dann können und werden wir mit unserem richtungsweisenden Test- und Hygienekonzept auch die Fusion feiern.

Festivalkultur erhalten

Ein Festival lebt davon, dass Menschen sich begegnen, austauschen und auch nahekommen. Ohne diese Formen der sozialen Interaktion und mit Social Distancing ist ein Festival kein Festival und die Fusion nicht die Fusion. Durch unsere umfassende Test- und Hygienestrategie können wir uns diesen wichtigen Teil unseres Lebens zurückholen und trotz Pandemie unser Festival weitgehend so feiern, wie wir es kennen und lieben.

Massives Testen ist die Perspektive, wie Kultur auch in der Krise funktionieren und erhalten werden kann. Das Warten auf das Ende der Pandemie ist definitiv keine Perspektive.

Es geht darum, die Festivalkultur zu erhalten und die Netzwerke der Mitwirkenden zu stärken. Es geht auch darum, neue Wege aufzuzeigen und temporäre Auszeiten in dieser dystopischen Situation zu schaffen. Dafür sind wir bereit, einen großen Aufwand zu treiben.

Wir sind heute in Sachen Testsstrategien viel weiter als noch vor wenigen Monaten. Nur deshalb können wir überhaupt ein so ambitioniertes Konzept aufstellen. Die Technologie, die Hard- und Software, das Personal und die Kapazitäten für PCR-Massentest gibt es – und sie stehen uns zur Verfügung. Das Konzept „PCR-Tests für alle“ ist im Prinzip simpel, auch wenn es in einer so großen Dimension für uns eine logistisch aufwändige und kostenintensive neue Herausforderung bedeutet.

2. Testkonzept und Abläufe

Alle an der Durchführung beteiligten Personen werden bereits beim Aufbau regelmäßig mittels einer vollwertigen, CE/IVD-zertifizierten RT- PCR Testung untersucht. Alle Festivalbesucher:innen werden am Tag der Anreise und im Verlauf des Festivals mittels eines ebenfalls CE/IVD- zertifizierten RT- PCR-Testverfahrens dezentral oder zentral vor Ort getestet. Dafür werden wir ab Mai eine eigene mobile, ärztlich supervidierte Teststation mit molekularbiologischem BSL2- Labor auf dem Kulturkosmosgelände in Lärz betreiben.

Mehrere Test-Stationen

Für die Anreise werden wir neben dem Labor in Lärz "Vorfeld-Teststationen" mit angeschlossenem molekularbiologischem PCR Labor an drei weiteren Orten (Berlin, Hamburg, Leipzig oder Jena) einrichten. Alle Teststationen und Labore werden IT-Schnittstellen zu unserem Ticket-System haben. Alle Ticketinhaber:innen werden an einer der Stationen getestet werden. Ein Probenbatch wird im jeweils direkt angeschlossenen Labor innerhalb von 70 - 90 Minuten ausgewertet. Die Ergebnisse werden direkt digital in unser Ticket-System übermittelt. Die an den Vorfeld-Stationen getesteten Personen können nach dem Test direkt mit ihrem Fahrzeug oder einem der Bassliner-Busse nach Lärz fahren. Während der Fahrtzeit werden die Proben im Labor ausgewertet. Bei der Ankunft liegt uns das Ergebnis dann bereits digital vor.

Die Tests sind für alle Fusionist:innen kostenlos.

Alle, die dort vor Ort in Lärz oder bereits an einer der Vorfeld-Stationen mittels PCR-Test Covid-19-negativ getestet wurden, erhalten in Lärz ihr Zugangsbändchen. Alle Zugangsbändchen haben einen Chip mit einer individuellen ID. Die Chips werden bei der Bändchenvergabe für das Gelände "freigeschaltet". Nur mit einem solchen Chip erhalten die Besucher:innen Zugang zu den Campingflächen und dem Veranstaltungsbereich.

Um eine Infektionsgefahr bereits bei der Anreise, in Autos und Bussen, an den Teststationen und Wartebereichen und beim Einlass zu minimieren, werden alle Besucher:innen aufgefordert, vor der Abfahrt einen Schnelltest machen. Darüber hinaus gilt bis zur Vergabe der freigeschalteten Eintrittsbändchen eine Maskenpflicht.

Sicherer als jede Alltagssituation

Mit dieser Gesamt-Strategie erreichen wir, dass das Infektionsrisiko auf dem Festival auf ein minimales Restrisiko reduziert wird. Darunter verstehen wir ein signifikant geringeres Infektionsrisiko als bei allen anderen Alltagssituationen. Wir streben eine Sicherheit an, die uns und unseren Besucher:innen freie Bewegung und Begegnungen ohne die tagtägliche Angst vor einer Infektion und ohne die Angst, andere zu infizieren, ermöglicht.

Alle können zu jedem Zeitpunkt des Festivals darauf vertrauen, dass auch alle anderen negativ getestet sind. Ein Maskenzwang oder strikte Abstandsregeln sehen wir daher auch nicht als obligatorisch. Wir gehen aber davon aus, dass unsere Besucher:innen, die sich erfahrungsgemäß durch ein hohes Maß an Verantwortlichkeit auszeichnen, sich individuell und situationsbedingt für oder gegen das Tragen einer Maske oder das Abstandhalten entscheiden können. Die bereits im letzten Sommer getroffene Entscheidung, das Festival auf zwei Wochenenden und je halb so viele Besucher:innen zu teilen, wird allen ausreichend Raum geben, um sich so zu bewegen, wie es individuell gefühlt und gewünscht wird.

Die hoffentlich fortschreitende Impfung der Bevölkerung und damit auch der Besucher:innen behalten wir in den nächsten Monaten im Auge. Wir werden anerkannte Impfnachweise beim Einlass berücksichtigen, sofern wissenschaftlich erwiesen und offiziell anerkannt ist, dass von Geimpften keine Ansteckungsgefahr ausgeht. Dies kann unsere PCR-Test-Strukturen entlasten. Die Infrastruktur für eine Impfpass-Kontrolle lässt sich an das Ticket-System anbinden und wurde schon bei der Entwicklung der neuen Schnittstellen berücksichtigt.

Im Folgenden skizzieren wir die Teststrategien für die unterschiedlichen Gruppen wie Besucher:innen, Artists und Crews bei der Anreise, beim Einlass und während des Aufenthalts auf dem Festivalgelände.

2.1 Aufbauphase

Schon seit Anfang März werden in Lärz alle Mitarbeiter:innen, anreisenden Crews- und Aufbauhelfer:innen regelmäßig per Schnelltest getestet.

Anfang Mai wird ein Testcenter mit mobilem PCR-Labor vor Ort in Lärz errichtet. Mit diesem werden in regelmäßigen Abständen alle am Aufbau beteiligten Personen getestet. Die regelmäßige Testung wird durch elektronische Registrierung nachvollzogen. Über die Kopplung an die digitale Zugangsberechtigung zum Essen wird sichergestellt, dass die Testzyklen eingehalten werden.

Supporter:innen, die im Vorfeld anreisen, werden wie alle anderen Mitarbeiter:innen ab ihrer Ankunft getestet. Supporter:innen, die erst zum Festival anreisen, werden wie alle Besucher:innen getestet.

Beim Umgang mit Lieferant:innen und Dienstleister:innen besteht Maskenpflicht für diese und alle Personen, die mit ihnen zu tun haben.

Während der Aufbauphase werden im Infektionsfall darüber hinaus die Testintervalle in betroffenen Arbeitsbereichen erhöht. Sowohl vor als auch während des Festivals organisieren wir im Infektionsfall den Umzug in die (häusliche) Quarantäne. Bei Bedarf haben wir separate Unterbringungsmöglichkeiten in der Region zur Verfügung.

2.2 Teststationen für Besucher:innen

2.2.1 Vorfeld Test- und Laborstationen in Berlin, Hamburg und Leipzig/Jena

Alle aus dem Süden oder Westen Anreisenden, haben die Möglichkeit in Hamburg, Leipzig/Jena (genauer Standort steht noch nicht fest) ein von uns eingerichtetes Testzentrum zu nutzen. Dort werden die Tickets gescannt und ein PCR-Test durchgeführt. Die Getesteten können weiterfahren, ihre Tests werden bis zu ihrer Ankunft in Lärz ausgewertet und die Ergebnisse an unser Ticket-System übermittelt.

2.2.2 Test- und Laborstation in Lärz

Die Zufahrt für alle Fahrzeuge und Busse erfolgt über die B198. Die Teststation wird auf einer von uns dafür angemieteten Logistikfläche im südöstlichen Bereich des Flugplatzes errichtet. Das Testzentrum wird in einer 250 Quadratmeter großen temporären Leichtbauhalle betrieben. Die Kapazitäten der Teststation sind darauf ausgelegt, bis zu 15.000 Besucher:innen innerhalb von zwölf Stunden zu testen. Die dabei für die Wartezeit von bis zu 90 Minuten benötigten Parkplätze können vor Ort eingerichtet werden. Auch ausreichend Warteflächen für die Anreisenden ohne Fahrzeug stehen zur Verfügung. Die Wartenden werden nach Auswertung beispielsweise per SMS über das Ergebnis informiert und/oder können anderweitig jederzeit den Fortschritt ihres Testverlaufs ablesen.

2.3 Anreise mit dem Bus

Bei der Anreise mit dem Bus werden zwei Varianten unterschieden: Vorfeld-Teststationen ermöglichen den Test schon vor der Anfahrt. Die Teststation Lärz ermöglicht den Test vor dem Einlass. 

2.3.1 Vorfeld-Teststation

Alle aus Hamburg und Berlin mit dem Bassliner Anreisenden werden vor Beginn der Reise an von uns gestellten Vorfeld-Teststationen und Laboren mittels PCR getestet. Von dort aus fahren die Busse nach Lärz.

Alle Busreisenden müssen zur Absicherung der Busfahrt im Zuge ihres PCR-Tests zusätzlich einen Schnelltest machen. Während der Fahrt herrscht Maskenpflicht. In Lärz können bereits PCR-getestete Personen direkt zum Einlass auf das Veranstaltungsgelände geleitet werden; ihre Testergebnisse wurden, im Regelfall, bereits vor ihrer Ankunft ans Ticketsystem übermittelt.

2.3.2 Teststation Lärz

Alle Bassliner-Busse aus Städten ohne Vorfeld-Teststation bringen die Besucher:innen zur Teststation Lärz. Auch diese Busreisenden müssen zur Absicherung der Busfahrt vor der Fahrt einen Schnelltest machen

2.4 Individuelle Anreise

In Lärz müssen alle individuell mit Bahn oder eigenem Auto Angereisten einen PCR-Test machen, und bis zu dessen Auswertung 70-90 Minuten warten. Dafür stehen ausgedehnte Wartebereiche außerhalb des Festivalgeländes mit ausreichend Parkmöglichkeiten zu Verfügung. Alle Insassen eines Autos werden gemeinsam erfasst, um im Falle eines positiven Testergebnisses der gesamten Gruppe als potenzielles Cluster die Zufahrt zum Festival zu versagen.

2.4.1 Individuelle Anreise mit der Bahn

Alle, die mit der Bahn über Neustrelitz anreisen, fordern wir zu einem Antigen-Schnelltest vor der Anreise auf. Den negativen Teststreifen müssen die Besucher:innen zusammen mit ihrem Ticket fotografieren. Dieser Beweis ist Voraussetzung zur Nutzung des Shuttles vom Bahnhof zum Festivalgelände. Wer keinen Test vorweisen kann, muss in Neustrelitz (erneut) einen Schnelltest machen. Die Shuttlebusse bringen die Bahnreisenden zur PCR-Teststation in Lärz.

Die Anzahl der per Zug Anreisenden soll so weit wie möglich verringert werden. Potenziellen Bahnreisenden aus Berlin und Hamburg werden Direktverbindungen mit dem Bassliner angeboten. Diese haben entschiedene Vorteile: Sie sind günstiger, erfordern kein Umsteigen und PCR-Tests können bereits vor der Abfahrt absolviert werden. Dadurch entfällt auch die Wartezeit in Lärz.

2.4.2 Individuelle Anreise mit eigenem Fahrzeug

Bei Ankunft in Lärz werden die Tickets der Fahrzeuginsassen zuerst gescannt und die Zugehörigkeit zum Fahrzeug festgehalten. Danach geht es zum PCR-Test. Wer noch keinen PCR-Test an einer der Vorfeld-Stationen absolviert hat, wird auf dem Flugplatzgelände in Lärz getestet.

2.5 Zweiter Test während des Festivals

Mit einem weiteren PCR-Test aller Besucher:innen am Samstag/Sonntag werden Personen, die sich vor, bei, oder auf der Anreise zum Festival potenziell angesteckt haben, könnten frühzeitig identifiziert, bevor sie selbst ansteckend werden und andere anstecken können. Hierzu wird ein PCR-Test mittels Pooling-Verfahren durchgeführt.

2.5.1 Besucherinnen

Das Festivalgelände und die Campingflächen sind durch eine Zaunabsperrung getrennt. Alle, die am Sonntag noch feiern wollen, müssen ab Samstagabend eine Gurgelprobe an einer von sieben Schleusen zwischen Festival- und Campingfläche abgeben.

Dabei wird der Chip am Bändchen eingelesen und mit der Auswertung des Tests verbunden. Die Proben werden in Pools gesammelt (präanalytischer pooling) und dann in unserem Labor getestet. Im Falle eines positiven Pools, werden alle Personen dieses Pools zum individuellen PCR-Test gerufen. Um diesen Massentest zu entzerren, gibt es ab Samstag 18 Uhr an allen Schleusen zwischen Camping- und Festivalflächen die Möglichkeit zur Abgabe einer PCR-Probe.

Zur effektiven Kontrolle der Maßnahme wird es Sonntagfrüh ab 8 Uhr auf dem gesamten Gelände eine Feierpause geben. Dazu müssen alle Besucher:innen das Festivalgelände auf die Campingflächen verlassen. Spätestens jetzt müssen alle, die am Sonntag weiterfeiern wollen, beim Verlassen des Festivalgeländes ihre Gurgel- oder Spuckprobe abgeben. Alle abgegebenen Proben werden bis 12:00 Uhr in unserem Labor ausgewertet. Entsprechend werden ab 12:00h alle negativ getesteten Besucher:innen erneut freigeschaltet und wieder aufs Festivalgelände gelassen.

Da es sich um ein Poolingverfahren handelt, kommt es im Falle eines positiv getesteten Pools für alle aus dem Pool zu einer individuellen Nachtestung. Bei Nachweis einer Infektion wird den Betroffenen der Wiedereintritt verwehrt. Sie werden ärztlich aufgeklärt, müssen das Festival verlassen und werden gem. InfSG  dem Gesundheitsamt gemeldet. Ihren Nachhauseweg werden wir infektionsschutzgerecht organisieren.

2.5.2 Crew

Alle Crews und Mitarbeiter:innen werden vor und während des Festivals alle drei Tage mittels PCR getestet. Um eine abschließende Auswertung und Bewertung zu gewährleisen, werden alle in der Woche nach dem Festival noch verbliebenen Mitarbeiter:innen noch ein letztes Mal getestet. Die Proben können in Zusammenhang mit der Essensversorgung oder des Backstagezugangs genommen werden.

2.5.3. Artists

Artists müssen vor dem Einstieg ins Shuttle, bei individueller Anreise spätestens am Artist-Welcome, einen Schnelltest machen. Artists, die mehrtägig auf dem Festival bleiben, müssen sich wie Besucher:innen einem PCR-Test unterziehen.

2.5.4. Sonntagsgäste

Am zweiten Wochenende wird es Sonntagstickets für Anwohner:innen geben. Alle Sonntaggäste müssen am Ticketschalter einen Antigen-Schnelltest machen.

2.6. Digitale Kontaktverfolgung

Da alle Anwesenden regelmäßig PCR-getestet werden, werden alle Infektionsfälle frühzeitig erkannt und an das Gesundheitsamt gemeldet. Die zeitnahe und direkte Kontaktnachverfolgung ist dadurch stark vereinfacht. Die Notwendigkeit und Nützlichkeit eines digitalen Contact-Tracingsystems wurden ausführlich evaluiert. Grundsätzlich können solche Systeme nur als ergänzender Baustein nützlich sein.

In der Systemarchitektur lassen sich hierbei zwei Systemtypen unterschieden:

  1. Dauer- und Abstandsbezogene automatische Systeme (z.B. "Corona-Warn-App")
  2. Ortsbezogene manuelle Systeme, die einen aktiven Check-in (und Check-out) an verschiedenen Orten erfordern.

Die übliche Fusion-Besucher:in bewegt sich in einer Gruppe über das Gelände und hält an unterschiedlichen Open-Air-Bühnen für unbestimmte Dauer an. Die beschallten Aufenthalts- und Tanzbereiche sind dabei besonders weitläufig. Manuelle Check-in-Systeme werden der Dynamik eines Open-Air-Festivalverlaufs grundsätzlich nicht gerecht: Nicht nur sind die ortsbezogenen Daten schwer zu erfassen, sie sind aufgrund der Größe der Bereiche für die Alarmierung von Personen wenig sinnvoll.

Automatisierte Systeme, die ortsunabhängig Abstand und Dauer der Kontakte erfassen, sind hingegen sehr gut geeignet, Risiko-Kontakte zu identifizieren und trennscharf von epidemiologisch nicht relevanten Kontakten zu unterscheiden.

Wir werden daher unseren Besucher:innen die Nutzung der offiziellen "Corona-Warn–App" des Robert-Koch-Institutes empfehlen.

FAQs

Warum veröffentlicht ihr das Konzept ausgerechnet mitten in der dritten Welle?

Das Fusion Festival erfordert monatelange Vorbereitung.
Hinzu kommt ein ausführlicher Prüf- und Genehmigungsprozess, zu dem wir jetzt das Infektionsschutzkonzept fristgerecht eingereicht haben.
Die Planungsprozesse von uns und unserem Netzwerk sind komplex und wir brauchen jetzt ein Signal für einen Aufbruch, weil wir die Fusion 2021 nach wie vor für möglich halten.

Im letzten Jahr haben wir die Fusion schon sehr früh – im April – aus freien Stücken abgesagt. Wir gehörten damit zu den Ersten, weil es noch keine Vorgaben oder Einschränkungen in dieser Richtung gab. Jetzt haben wir dieses umfassende Test- und Hygienekonzept unabhängig der momentanen pandemischen Entwicklung erstellt, weil wir die Hoffnung haben, dass sich die Situation bis Ende Juni zum Positiven verändern wird und wir das scheinbar Unmögliche möglich machen können. Falls es nicht so kommt, wollen uns natürlich nicht über Unmögliches hinwegsetzen.

Wie soll das mit 35.000 Leuten gehen? Das ist doch organisatorisch gar nicht möglich.

Wir haben dieses bislang einmalige Konzept gemeinsam mit Mediziner:innen, Labors und IT-Spezialist:innen entwickelt. Nun arbeiten wir an der Umsetzung, um PCR-Massentests in dieser Größenordnung Ende Juni 2021 zu realisieren.

Das alles ist eine logistische Herausforderung, aber durchaus möglich. Als eines der ältesten und größten Festivals des Landes haben wir Erfahrung damit, wie man Infrastruktur für sehr viele Menschen in sehr kurzer Zeit organisiert. Nicht ohne Grund arbeiten große Teile des stillgelegten Kulturbetriebs gerade in Impfzentren, die ähnliche Herausforderungen meistern.

Schnelltests und PCR-Tests bei der Anreise, vor dem Einlass und ein weiterer PCR-Test während des Festivals sind für alle Besucher:innen, Crews und Künstler:innen realistisch durchführbar. An dieser Stelle sei angemerkt, dass wir in diesem Jahr statt einmal mit 70.000 Besucher:innen zweimal mit jeweils 35.000 Menschen hintereinander feiern werden, was die Logistik erleichtert.

Ist ein Festival nicht unverantwortlich mitten in einer Pandemie?

Unverantwortlich sind die planlosen Aufhebungen der Seuchenschutzmaßnahmen, die gemeinhin als "Lockerungen" bezeichnet werden. Im Kontrast dazu zeigen wir einen sehr aufwändigen, aber verantwortungsvollen und zielgerichteten Weg auf, mit modernster Technologie und kompromisslosen Schutzmaßnahmen die Einschränkung von elementaren Grundrechten zumindest für einen kurzen Zeitraum aufzuheben.

Wir betreiben diesen enormen Aufwand, um die Fusion sicherer zu machen als jede Kita, jede Schule, jedes Großraumbüro und jede Produktionsanlage. Mit unseren Maßnahmen können wir erreichen, dass ein Infektionsgeschehen auf dem Festival weitestgehend auszuschließen ist.

Senden feiernde Menschen nicht das falsche Signal in einer Pandemie?

Mit einem innovativen Konzept von Massen-PCR-Tests kann ein Festival wie die Fusion mit maximalem Infektionsschutz stattfinden. Das ist das Signal, das wir senden wollen.
Wenn wir das mit unbeschwertem Tanzen und Feiern zeigen können: umso besser.

Wieso sollten wir nicht einfach auf Kultur und Festivals bis zum Ende der Pandemie verzichten?

Kunst, Kultur, Party, Clubs, Musik und Tanz waren die ersten gesellschaftlichen Bereiche und Institutionen, die rücksichts- und kompromisslos geschlossen wurden. Wenn sie erst am nicht absehbaren Ende der Pandemie wieder zugelassen werden sollten, ist das eine fundamentale Bedrohung für die Kultur insgesamt.

Die Pandemie läuft nun seit über einem Jahr und wir mussten mit ansehen, wie Deutschland in ihrer Bekämpfung, beim Testen, beim Impfen und bei der Digitalisierung von Bildung und Gesundheitsämtern im großen Stil versagt. Während sich alle nach der ersten Welle auf die Schulter klopften, wurden die zweite und dritte Welle von der Bundesregierung verschlafen, bzw. billigend in Kauf genommen. Diese Politik hat nicht nur tausenden Menschen das Leben gekostet, sondern die massive Einschränkung unserer Grundrechte auf unbestimmte Zeit verlängert. Niemand kann heute sagen, wie lange die Pandemie noch andauern wird, aber wenn wir warten, bis die Politik uns wieder Perspektiven eröffnet, ist die Kultur irreparabel geschädigt und zum Teil verhungert.

Wir wollen mit unserem Konzept zeigen, dass wir in der Pandemie ein Festival sicher veranstalten können und dass es umsetzbare und verantwortungsvolle Ansätze gibt, die uns unsere Freiheit zurückgeben – wenn auch nur für ein paar Tage. Es geht um das Ermöglichen von Freiräumen und das temporäre Aufheben der pandemiebedingten Einschränkungen durch ein umfassendes, effektives und sicheres Hygiene- und Testkonzept. Utopien erlebbar zu machen war schon immer unser Anspruch.

Bis zu welcher Inzidenz ist das Konzept realistisch durchführbar?

Wir wollen uns nicht über Unmögliches hinwegsetzen, aber das scheinbar Unmögliche möglich machen. Grenzwerte für die Inzidenz und andere statistische Kennzahlen werden politisch gesetzt, variieren interessensabhängig und haben mitunter kurze Halbwertszeiten.
Wir bewerten daher fortlaufend die pandemische Gesamtsituation und machen davon abhängig, ob unser Konzept verantwortungsvoll durchführbar ist.

Wenn Massentourismus auch zur diesjährigen Festivalzeit in Mecklenburg-Vorpommern wieder erlaubt ist,  werden wir mit unserem lückenlosen Testkonzept die Fusion feiern.

Was ist eure rechtliche Grundlage?

Die Maßnahmen und Einschränkungen werden damit begründet, dass die Pandemie unsere körperliche Unversehrtheit (Art.2 Grundgesetz) gefährdet. Da diese Gefahr so groß ist, sind Einschränkungen anderer Grundrechte, so zum Beispiel das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 2 Grundgesetz) gerechtfertigt.

Fällt aber die Gefahr für die körperliche Unversehrtheit weg, fehlt die sachliche Begründung für die Einschränkung anderer Grundrechte. Das ist bei unserem Test- und Hygiene-Konzept mit PCR-Massentests der Fall: Das Infektionsrisiko wird auf ein minimales Restrisiko gesenkt und der Grund für die Einschränkungen fällt weg.

Wie wollt ihr technisch sicherstellen, dass ihr alle testet?

Der Einlass zum Festival ist daran gebunden, dass die Person negativ getestet worden ist.

Alle Besucher:innen haben ein individuelles Ticket mit einer Identifikationsnummer und einem QR-Code. Vor dem Test im PCR-Labor wird das Ticket gescannt und der Test diesem Ticket zugeordnet. Ist der Test negativ, weiß das Ticket-System, dass die Person eingelassen werden darf. Ist die Person positiv, wird der Einlass verwehrt.

Alle Beteiligten, ob Crew, Artists oder Besucher:innen erhalten darüber hinaus ein Zugangsbändchen mit einem Chip und einer individuellen Nummer. Die Nummer dieses Chips wird beim Nachtesten während des Festivals mit dem Test verbunden. Zugang zum Veranstaltungsgelände wird am Sonntag nur möglich sein, wenn ein negativer PCR-Test vorliegt. Beim Wieder-Einlass können die Chips ausgelesen werden und so der Zugang gewährt oder verweigert werden.

Dafür entwickeln wir zusammen mit unserer IT, der Ticketing-IT und der Labor-IT ein System, das diese Anforderungen abbildet und die nötigen Schnittstellen bereitstellt: Die Besucher:innen bekommen vor dem Festival ein digitales Ticket per E-Mail zugeschickt. Dieses können sie ausdrucken oder auf ihrem Smartphone zeigen. Beim Testen – ob an unseren Vorfeld Teststationen oder in Lärz – wird das Ticket eingescannt und mit dem Test verbunden. Ist der Test negativ, wird das Ticket freigegeben für den Einlass. Nur Personen mit freigeschalteten Tickets erhalten ein Festivalbändchen, das den Einlass erlaubt.

Vor Ort in Lärz wird ein lokales IT-System/Netzwerk etabliert, das unabhängig vom Internet funktioniert, um die Stabilität des Systems zu erhöhen. Ergebnisse aus den anderen Städten, wo vor der Bassliner-Abfahrt getestet wird, werden an dieses System gesendet.

Welche Daten sammelt ihr?

Wir minimieren die Menge der erhobenen Daten so weit wie möglich. Unser Testkonzept setzt aber voraus, dass es personalisierte Tickets gibt, denen ein Testergebnis zugeordnet werden kann. Nur unter diesen Rahmenbedingungen kann die Fusion in diesem Jahr möglich sein.

COVID-19-Infektionen sind meldepflichtig. Wenn Du positiv getestet wirst, muss das Labor dies dem Gesundheitsamt melden.

PCR-Test sind doch nur für 72 Stunden aussagekräftig. Wie wollt ihr das lösen?

Am Sonntagmorgen wird es eine längere Feier-Pause geben. In dieser Pause müssen alle Besucher:innen das Veranstaltungsgelände verlassen und sich auf die Campingplätze begeben. Von Samstagnacht bis Sonntagfrüh geben alle Besucher:innen beim Verlassen eine zweite Gurgelprobe an den Schleusen zwischen Festival- und Campingfläche ab, die danach in unserem Labor ausgewertet wird.

Der Wiedereinlass am Sonntag zum Festivalgelände ist nur mit weiterem negativen PCR-Testergebnis möglich. Die Tests und die Ergebnisse werden mit den individuellen Chips an den Festivalbändchen verbunden.

Gilt trotzdem eine Maskenpflicht auf der Fusion?

Bis du in dem Bereich bist, in dem alle Personen negativ PCR-getestet sind, gilt eine strikte Maskenpflicht. Das betrifft insbesondere die Anreise im Bus, die Teststationen, die Wartebereiche und den Einlass.

Aufgrund unseres räumlichen Trennungskonzeptes bei der Anreise werden sich nur negativ getestete Personen auf dem Festivalgelände aufhalten. Deshalb sehen wir dort eine allgemeine Maskenpflicht als nicht notwendig an.

Wir gehen aber davon aus, dass unser Publikum sich – wie auch sonst – verantwortungsvoll verhalten wird. Viele werden trotzdem freiwillig und unaufgefordert eine Maske tragen und/oder Abstand halten. Keine Maske zu tragen bedeutet aber unter den gegebenen Umständen nicht, unverantwortlich zu handeln.

Welche weiteren Maßnahmen setzt die Fusion um, um Infektionen zu vermeiden?

Durch die Aufteilung der Fusion auf zwei Wochenenden mit jeweils halb so vielen Besucher:innen ist sehr viel mehr Platz vorhanden. Wer Abstand halten möchte, wird das tun können. So entsteht eine angenehme Atmosphäre für alle.

Auf dem Gelände werden an zentralen Orten Desinfektionsmittelspender aufgestellt.

Es gibt keine Veranstaltungen in schlecht belüfteten Räumen.

Was passiert mit positiv getesteten Personen?

Sofern jemand trotz negativem Schnelltest vor der Anreise beim PCR-Test positiv getestet wird, hat der oder diejenige leider ein Problem.

Aufgrund der Teststrategie und pandemischen Rahmenbedingungen, unter denen ein Festival möglich sein wird, gehen wir zur Zeit davon aus, dass nach Ausschluss falsch-positiver Ergebnisse nicht mehr als eine einstellige Anzahl positiver Personen am Einlass in Lärz identifiziert werden wird.

Um Falsch-positive auszuschließen, wird nach einem einmalig positiven Test ein weiterer PCR-Test zur Bestätigung durchgeführt.

Ein positiver PCR-Test bedeutet nicht unbedingt, dass die Person in den vergangenen oder kommenden Stunden automatisch ansteckend war oder ist. Er bedeutet aber, dass eine Infektion stattgefunden hat und eine Virenlast nachgewiesen wurde. Diese Virenlast kann im Test durch den sogenannten Ct-Wert in ihrer ungefähren Menge bestimmt werden. Es ist aber nicht zu ersehen, ob die Virenlast aufsteigend stärker oder absteigend schwächer werden wird.

Der PCR Test kann also nur erkennen, ob oder wie ansteckend die getestete Person im Moment des Tests ist. Das bedeutet, dass positiv Getestete keinen Einlass bekommen, bzw. wenn sie am Nachtest (Sa/So) als positiv erkannt werden, das Festival verlassen und sich in Quarantäne begeben müssen.

Je nach Ct-Wert des Testergebnisses werden wir in Absprache mit unseren Ärzt:innen und dem Gesundheitsamt entscheiden, welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden müssen. Wenn die Person ansteckend ist oder war, werden direkte Kontaktpersonen ebenfalls keinen Einlass erhalten und das Festival verlassen müssen. Ihren Heimweg werden wir dann infektionsschutzgerecht organisieren. Für etwaige organisatorische Probleme (Abreise nicht am gleichen Tag möglich o.ä.) halten wir eine Unterkunft vor, die ausreichend Platz für die betroffenen Personen bietet.

Wer in den Wochen vor dem Festival eine Infektion durchlaufen hat, muss unbedingt eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes mitbringen, um diese nachzuweisen.

Was passiert, wenn wir gemeinsam im Auto anreisen und eine:r von uns positiv getestet wird?

Wir werden bei der Anreise am Checkpoint erfassen, wer gemeinsam in einem Auto saß. Wird beim PCR-Test eine Person davon positiv getestet, kann dies, abhängig vom Ct-Wert des PCR-Ergebnisses und/oder vom Nachweis einer vor kurzem durchlaufenen Infektion bedeuten, dass auch die anderen Mitfahrenden nicht reingelassen werden und sich in Quarantäne begeben müssen. Macht deshalb unbedingt alle einen Schnelltest, bevor ihr gemeinsam losfahrt!

Bekomme ich mein Geld zurück, wenn ich wegen eines positiven Tests nicht reinkomme?

Wer trotz Schnelltest beim PCR-Test positiv getestet wird und sich in Quarantäne begeben muss, dem/der erstatten wir das Ticket nach dem Festival zurück.

Ihr empfehlt die Anreise mit dem Bus. Ist das nicht total unsicher?

Vor der Busfahrt werden alle Mitreisenden mit einem Antigen-Schnelltest getestet. In den Bussen gilt strenge Maskenpflicht.

Ein so hohes Maß an Infektionssicherheit gibt es weder bei Bahnfernreisen noch im Personennahverkehr.

Führt das alles nicht zu ewigen Wartezeiten vor und auf dem Festival? Wo bleiben Freiheit und Spaß mit den ganzen Tests und Kontrollen?

Natürlich wird das eine etwas andere Fusion in der Pandemie und es wird sich nicht vermeiden lassen, dass wir alle manchmal länger warten müssen oder noch einmal kontrolliert werden. Das ist eben der Preis dafür, ein Festival in der Pandemie zu veranstalten. Wir gehen aber bei unserem Konzept davon aus, dass wir eine Fusion feiern können, wie wir sie kennen und lieben.

Wer mit dem Bassliner von einer der Vorfeld-Teststationen anreist, wird bei der Ankunft in Lärz nicht mehr auf das Testergebnis warten müssen.

Wie wird der Infektionsschutz beim Aufbau des Festivals gewährleistet?

Schon seit Anfang März werden in Lärz alle Mitarbeiter:innen, anreisende Crews- und Aufbauhelfer:innen regelmäßig per Schnelltest getestet.

Anfang Mai wird ein Testcenter mit mobilem PCR-Labor vor Ort in Lärz errichtet. Mit diesem werden in regelmäßigen Abständen alle am Aufbau beteiligten Personen getestet. Die regelmäßige Testung wird durch elektronische Registrierung nachvollzogen. Über die Kopplung an die digitale Zugangsberechtigung zum Essen wird sichergestellt, dass die Testzyklen eingehalten werden.

Beim Umgang mit Lieferant:innen und Dienstleister:innen besteht Maskenpflicht für diese und alle Personen, die mit ihnen Kontakt haben.

Ist das alles nicht viel zu teuer?

Ein so ausgeklügeltes Konzept mit geschätzten 180.000 PCR-Tests kostet natürlich richtig viel Geld. Auf der anderen Seite haben wir wegen der Pandemie den Eintrittspreis für das Jahr 2021 deutlich erhöht. Dieses Konzept war dabei nicht mit kalkuliert. Im Gegensatz zu gewinnorientierten Veranstalter:innen wollen wir aber keine Kosten und Mühen scheuen, die Fusion möglich zu machen und Freiheiten zu erkämpfen. Wir wissen noch nicht, ob oder wie sich das am Ende refinanziert, aber wir glauben fest daran, dass dies nicht am Geld scheitern wird.

Wir fordern von der Politik, progressive Testkonzepte wie wir eines entwickelt haben, aktiv zu fördern und finanziell zu unterstützen. Kultur in Pandemiezeiten braucht staatliche Förderung. Die Bundes- und Landesregierungen haben innovative Teststrategien bislang verschlafen. Massenhafte PCR-Tests sind für Festivals nachhaltiger als die oft versprochene Kompensation von Ausfallkosten.

Was passiert mit geimpften Personen?

Die hoffentlich fortschreitende Impfung der Bevölkerung und damit auch der Besucher:innen des Fusion Festivals behalten wir in den nächsten Monaten im Auge. Wir werden anerkannte Impfnachweise beim Einlass berücksichtigen, sofern wissenschaftlich erwiesen und offiziell anerkannt ist, dass von Geimpften keine Ansteckungsgefahr ausgeht. Dies kann unsere PCR-Test-Strukturen entlasten. Die Infrastruktur für eine Impfpass-Kontrolle lässt sich an das Ticket-System anbinden und wurde schon bei der Entwicklung der neuen Schnittstellen berücksichtigt.

Werdet ihr ein Contact-Tracing der Besucher:innen durchführen?

Da alle Anwesenden regelmäßig PCR-getestet werden, werden alle Infektionsfälle frühzeitig erkannt und an das Gesundheitsamt gemeldet. Die zeitnahe und direkte Kontaktnachverfolgung ist dadurch stark vereinfacht.

Die Notwendigkeit und Nützlichkeit eines digitalen Contact-Tracingsystems wurden ausführlich evaluiert. Grundsätzlich können solche Systeme nur als ergänzender Baustein nützlich sein.

In der Systemarchitektur lassen sich hierbei zwei Systemtypen unterschieden:
1. Dauer- und Abstandsbezogene automatische Systeme (z.B. "Corona-Warn-App")
2. Ortsbezogene manuelle Systeme, die einen aktiven Check-in (und Check-out) an verschiedenen Orten erfordern.

Die übliche Fusion-Besucher:in bewegt sich in einer Gruppe über das Gelände und hält an unterschiedlichen Open-Air-Bühnen für unbestimmte Dauer an. Die beschallten Aufenthalts- und Tanzbereiche sind dabei besonders weitläufig.

Manuelle Check-in-Systeme werden der Dynamik eines Open-Air-Festivalverlaufs grundsätzlich nicht gerecht: Nicht nur sind die ortsbezogenen Daten schwer zu erfassen, sie sind aufgrund der Größe der Bereiche für die Alarmierung von Personen wenig sinnvoll.

Automatisierte Systeme, die ortsunabhängig Abstand und Dauer der Kontakte erfassen, sind hingegen sehr gut geeignet, Risiko-Kontakte zu identifizieren und trennscharf von epidemiologisch nicht relevanten Kontakten zu unterscheiden.

Wir empfehlen daher unseren Besucher:innen die Nutzung der offiziellen "Corona-Warn–App" des Robert-Koch-Instituts.